Aus einer Brachlandschaft ist ein Idyll entstanden

25 Aktive haben sich 2011 zusammengefunden, um aus einer Brachlandschaft eine Oase der Entspannung zu errichten. Auch der auf dem Gelände befindliche verrottete Stolleneingang wurde restauriert. Darüber informierten jetzt Hermann Rech und Dieter Müller vom Vorstand der IG Kneipanlage Tretbecken, die einen kleinen Einblick in die Arbeit des ehrenamtlichen Vereins gaben. Die offizielle Einweihung fand am 31.7.2012 statt. Vorausgegangen waren Arbeitseinsätze in der Größenordnung von rund 3000 Stunden. Mittlerweile gehören weitere ca. 50 passive Mitglieder dem Verein an.

Tretbecken, Brunnen, Bänke und eine gepflegte Rasenanlage waren das Produkt intensiver Arbeit. In den Folgejahren wurde das Ganze naturnah erweitert um ein Insektenhotel, Schautafeln, Teich und Biotop, zusätzliche Liegebänke, aktuell wurde eine Bank von der Lebenshilfe Marburg-Biedenkopf aufgestellt. Die Stolleneingangstür wurde neu hergerichtet und vieles andere mehr.

Der Dank des Vereins, so Rech und Müller, gehe nicht nur an die fleißigen Helfer, sondern auch an viele Firmen aus der Umgebung für ihre Unterstützung sowie der Stadt Solms, die mit ihrem Maschinenpark zur Seite gestanden hätte. So schön das Ganze sei, es bedeute einen ständigen Pflegeaufwand, den man natürlich gerne leiste. Dazu zähle Pflege der Anlage, Rasenmähen, wöchentlicher Wasserwechsel, Beckenreinigung und anderes mehr. Dafür habe man neun Teams á drei Mann gebildet, die jeweils drei Wochen Verantwortung übernehmen. Das habe sich sehr bewährt.

Dieses Idyll werde auch gerne von Familien angenommen. In dem Kontext gelte einmal mehr der Appell an die Hundebesitzer, dass Hunde aus hygienischen Gründen nicht auf den Rasen gehören.

Größten Respekt zollten Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion, darunter Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, die Solmser Kreistagsabgeordnete Heike Ahrens-Dietz sowie die Abgeordneten Klaus Bastian, Heiko Budde und Ronald Döpp, den Verantwortlichen der Interessengemeinschaft Kneippanlage Tretbecken in Solms für ihre historisch zu nennende Leistung.

Überarbeitetes Krankenhausentlastungsgesetz half in Corona-Zeiten

Anerkennung für Pflegeberufe gestiegen

Trotz Corona-Nachwehen nahm sich der Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, Tobias Gottschalk, Zeit, eine Delegation der CDU-Kreistagsfraktion zu empfangen, um über die aktuelle Situation der Lahn-Dill-Kliniken zu berichten. Über die Corona-Zeit, so Gottschalk, könne man einen Roman schreiben, so arbeitsintensiv und spannend seien diese Zeiten gewesen, weil niemand mit Bestimmtheit vorhersagen konnte, wie sich was entwickeln würde. Wenn man eine Bilanz ziehe, könne man feststellen, dass das Gesundheitswesen in Deutschland bei aller Schwäche, die jedes System hat, im internationalen Bereich exzellent aufgestellt sei. Dass alles in letzter Konsequenz im internationalen Maßstab so glimpflich verlaufen sei, sei vielen Faktoren zu verdanken. Erstens habe die Politik weitgehend parteiübergreifend klare Regelungen getroffen, die Bevölkerung habe ein unglaubliches Maß an Disziplin an den Tag gelegt, auch wenn beispielsweise die Verschiebung planbarer Operationen auf den Krankenhausbereich bezogen eine sehr schwierige Entscheidung gewesen sei, und man habe ein unglaublich engagiertes Pflegepersonal auf allen Ebenen inclusive der Mediziner gehabt.

Die Klinik sei technisch und finanziell in der Lage gewesen, die Zahl der Intensivbetten aufzustocken, um sie dann glücklicherweise doch kaum nutzen zu müssen. Auch unter finanziellen Aspekten sei man als Klinikum nach jetzigem Stand einigermaßen glimpflich davongekommen. Durch das zweite überarbeitete Krankenhausentlastungsgesetz habe man eine zufriedenstellende Regelung in Form einer Freihaltepauschale für nicht genutzte Betten beschlossen, die auskömmlich sei. Man habe die vergangene Zeit auch zu sehr vielen Schulungen genutzt, gleichzeitig Stärken und Schwachstellen in einer Krise herausgearbeitet, so dass man für die Zukunft noch deutlich besser aufgestellt sei als in der Vergangenheit. Dazu gehöre zum Beispiel der Aufbau eines eigenen Lagers bezogen auf Kittel, Schutzmasken, Handschuhen und vieles andere mehr sowie eine entsprechende Ausstattung der Apotheken und intensivierte Hygienepläne und sonstige Maßnahmen.

Losgelöst davon sprachen die Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion, darunter Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, die Kreisbeigeordneten Ulla Landau und Karl-Heinz Schüler sowie die Abgeordneten Ronald Döpp und Daniel Steinraths, bauliche Vorhaben der nächsten Zeit an.                                                                                 
Hier ist angedacht, final noch eine letzte Station zu sanieren. Die Radiologie stehe an, die Ambulanz der Urologie und der Anästhesie sowie die Verlagerung der IT-Abteilung. Man gehe davon aus, dass alles in den nächsten zwei bis drei Jahren fertiggestellt sein könnte.

Gleichzeitig habe man die Ausbildungskapazität aufgestockt und beispielsweise einen zusätzlichen Pflegekurs im Herbst in der Planung. Erfreulich sei, dass es genügend Bewerber gebe. Dies hänge mit vielen Faktoren zusammen. Die Bezahlung, so Gottschalk, sei nicht die schlechteste und die Anerkennung des Berufes gestiegen. Man versuche natürlich, die Arbeitsbedingungen vor Ort immer weiter zu optimieren, soweit dies möglich sei. Als unbefriedigend bezeichneten die CDU-Vertreter die Tatsache, dass in den Gängen des Klinikums viele Patienten warten müssten. Dies sei nicht optimal, wenn Personen im Krankenbett vorbeigeschoben würden. Hier stelle sich die Frage, ob man nicht die Betten, ähnlich wie in Kinderwagen denkbar, für den Zeitpunkt des Transportes mit einem Dach überdeckt. Vielleicht könne man auch zusätzliche Wartezimmer einrichten, damit niemand im Gang warten müsse, was für alle Beteiligten unbefriedigend sei. Das Gleiche gelte für den Bereich der Aufzüge. Hier gebe es auch noch zu viel Kontakt zwischen Patienten und Besuchern, so dass hier grundsätzlich die Gefahr der Infektion bestehe. Diese Themen seien, so Gottschalk, bekannt und man arbeite an der nicht einfachen baulichen Lösung.

Einen großen zeitlichen Raum nehme die Dokumentationspflicht ein. Er hoffe, hier durch die verstärkte Digitalisierung zu Entlastungsmomenten zu kommen. Dies gelte für die Dokumentation nicht nur im ärztlichen, sondern auch im pflegerischen Bereich. Hier hoffe man, vergleichsweise zeitnah den Prozess abgeschlossen zu haben. Alles in allem sei man im Lahn-Dill-Kreis gut aufgestellt. Eine Einschätzung, die Irmer im Namen der Kreistagsfraktion ausdrücklich teilte. Es sei politischer Wille der Union, dass es den Kliniken gut gehe und auch in Zukunft eine hochwertige und wohnortnahe Patientenversorgung sichergestellt sei. Die CDU werde im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles daransetzen, die drei Klinikstandorte in Dillenburg, Wetzlar und Braunfels zu unterstützen, damit sie auf Dauer zukunftsfest seien.

Landtagsabgeordneter J. Michael Müller begrüßt das vorsichtige Handeln der Hessischen Landesregierung ausdrücklich. Schön sei es, dass es jetzt wieder einen weiteren Schritt in die Normalität an Lahn und Dill gebe. Allerdings bleibe es dabei, dass die Corona Pandemie brandgefährlich sei, und deshalb müssten alle Bürger verantwortlich handeln. Nach wie vor sei Sozialabstand zu halten und Masken müssten genutzt werden.

Müller erklärte weiter, dass was jetzt an Öffnung erfolge, hätte keine Minute früher kommen dürfen. Das Pandemiegeschehen sei schlicht zu gefährlich, um es zu ignorieren. Nicht nachvollziehbar seien dabei diejenigen, die die Gefährlichkeit leugneten und unterstellten, dass die Politik den Menschen die Freiheit nehmen würde. „Was an Einschränkung war, war schmerzlich und sicherlich auch eine nicht unerhebliche Beschränkung; aber Freiheit bedeutet aber immer auch Verantwortung“, so Müller. Es gelte eben auch für Politik Verantwortung zu leben und nicht populistisch eine Pandemie zu leugnen. Deshalb habe die Landesregierung und auch der Landkreis verantwortungs- und maßvoll gehandelt.

Jörg Michael Müller

Mitglied des Hessischen Landtags

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