CDU-Kreistagsfraktion besuchte Tafel Wetzlar

Großes Engagement – große Herausforderungen

„Es ist gut, dass es die Tafeln gibt“, so das Fazit der CDU-Kreistagsfraktion nach einem Besuch bei der Tafel Wetzlar, bei dem Verwaltungsleiter Dirk Jakob die Christdemokraten über die aktuelle Arbeit und Problematik informierte. Auf Unions-Seite dabei Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, seine Stellvertreter Frank Steinraths, MdL, und Michael Hundertmark sowie die Abgeordneten Nicole Petersen, Lisa Schäfer, Sabine Sommer, Matthias Bender sowie Daniel Steinraths. Gut insofern, als auf der einen Seite Menschen geholfen werde, die in der Regel Schwierigkeiten hätten, mit dem Einkommen auszukommen. Auf der anderen Seite würden die Tafeln dazu beitragen, dass wertvolle Lebensmittel nicht vernichtet werden, denn noch immer würden deutschlandweit rund 82 Kilo pro Kopf und Jahr vernichtet und im Müll landen. Und allein auch aus diesem Grund sei die Arbeit der Tafel wertvoll.

Jakob wies darauf hin, dass es in Deutschland rund 950 Tafeln gebe, in Hessen liege die Zahl bei 57. Für den Lahn-Dill-Kreis sei die Tafel Wetzlar für den Altkreis zuständig und der Brotkorb in Herborn für den alten Dillkreis. Wichtig sei die Information, dass nicht jeder einfach so kommen könne, sondern ein Tafelausweis notwendig sei. Bezieher niedriger Renten, Hartz-4-Empfänger müssten ihre Bedürftigkeit nachweisen, um Missbrauch zu verhindern, denn man müsse sich auf diejenigen konzentrieren, die Hilfe in besonderer Weise benötigten. Dies umso mehr, als die Menge der gespendeten Lebensmittel von den Lebensmittelkonzernen und Supermärkten aufgrund immer besserer Warendisposition einerseits zurückgehe und andererseits mehr Menschen um Lebensmittelspenden nachsuchten, so dass sich die zu verteilende Warenmenge zu reduziert.

Losgelöst von der täglichen Warenausgabe versuche man auch Raum für Sozialkontakte zu schaffen. So werde mit der Gesegneten Mahlzeit ein finanziell attraktives Mittagessen angeboten, aber in drei Tafel-Cafés auch Kaffee und Kuchen, damit Menschen ins Gespräch kämen, die manchmal, gerade was Rentner angehe, tendenziell vereinsamt seien. Darüber hinaus wolle man zusammen mit dem Jobcenter Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Derzeit seien dies 40, davon seien allerdings nur 30 besetzt. Es gebe einen Stundenlohn von 1,50 Euro bis 2 Euro. Hier sei, was die Zahl der Teilnehmer angehe, noch Luft nach oben, denn auch das sei ein wichtiger Beitrag, Menschen in den Arbeitsprozess zu integrieren, ihnen Sinn und Perspektive zu geben. Angegliedert seien drei Kleiderläden, so dass auch hier zusätzliche Hilfestellung geleistet werden könne.

 Ca. 50 Prozent der Hilfesuchenden seien keine deutschen Staatsbürger. Wenn man allerdings die Herkunft auch bei deutschen Staatsbürgern berücksichtige, liege dieser Anteil naturgemäß höher. Pro Woche verteile man rund 1100 Körbe im Wert von ca. 40 bis 50 Euro, die für 2,50 Euro verkauft würden. Man erreiche damit wöchentlich ca. 3.150 Menschen, wobei derzeit etwa ein Drittel Flüchtlinge aus der Ukraine sind.

Träger der Tafel sei die evangelische Kirche, die von Stadt und Kreis Zuschüsse erhalte. Man benötige allerdings weitere ehrenamtlich Tätige, Praktikanten sowie Sach- und Geldspenden, um auf Dauer eine adäquate Hilfestellung leisten zu können.

Hans-Jürgen Irmer, Fraktionsvorsitzender