CDU-Kreistagsfraktion besuchte Wilhelm-von-Oranien-Gymnasium

Nach jahrzehntelangem baulichem Darben ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen

In vergleichsweise regelmäßigen Abständen besucht die CDU-Kreistagsfraktion die weiterführenden Schulen. So stand jetzt erneut ein Besuch am traditionellen Wilhelm-von-Oranien-Gymnasium in Dillenburg an. Schulleiter Martin Hinterlang und ein Teil seines Schulleitungsteams um Andrea Stühler, Kerstin Renkhoff und Dr. Fritz Renner informierten die Besucher über die aktuelle Situation. Mit dabei von Seiten des Schulträgers aus dem Bereich der Bauabteilung waren Objektbetreuerin Anke Kozina und Fachdienstleiter Patrick Stäcker.

Hinterlang informierte zunächst über die bauliche Entwicklung der Schule. Er verwies darauf, dass der Altbau Nord aus dem Jahr 1957 sowie der Mittelbau 1979 die letzten verbliebenen Teile des Schulgebäudes seien, die noch nicht saniert wurden. Man gehe aber davon aus, dass in den nächsten ca. fünf bis acht Jahren sämtliche Baumaßnahmen abgeschlossen seien. Aus Sicht der Schule perspektivisch zwingend notwendig, neben den ohnehin geplanten Maßnahmen, sei die Einrichtung einer Mensa bzw. eines Schüler-Restaurants. Dieses Gebäude könnte neben der Mensa und Räumen für das Fach Darstellendes Spiel auch die Räume für Ganztagsklassen, deren Schüler alle gemeinsam essen, aufnehmen. Nicht gelöst sei die Parkplatzproblematik sowohl für die rund 120 Kolleginnen und Kollegen als auch für die Schüler. Man habe im Normalfall rund 70 Lehrerparkplätze, benötige aber ca. 100, zumal es täglich eine entsprechende Fluktuation zu benachbarten Schulen durch Lehrerabordnungen gebe. Die Problematik müsse zwingend mitgedacht werden, waren sich CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, der schulpolitische Sprecher Michael Hundertmark, die Abgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Lisa Schäfer sowie Kevin Deusing, zugleich Vorsitzender der Dillenburger Union, Armin Müller, Leo Müller und Sascha Panten einig.

Alles andere sei Flickschusterei, bei allem Lob für das bisher Erreichte, das die Schule in einen wirklich hervorragenden baulichen Zustand mit entsprechenden fachlichen Rahmenbedingungen versetze.

Die Schülerzahl selbst, so Hinterlang, sei stabil zwischen 1300 und 1350. Perspektivisch gehe man von etwa 1400 bis 1450 Schülern aus. Dies sei aber die Obergrenze. Mehr sei auch nicht gewollt. Damit könne man sämtliche Leistungskurse in der Oberstufe anbieten. Die Grundunterrichtsversorgung mit 1800 zugewiesenen Lehrerstunden plus weiterer aus zusätzlichen Programmen mit 400 sorge dafür, dass die Schule insgesamt exzellent aufgestellt sei, was die Lehrerversorgung angehe und die Möglichkeit, zusätzlich pädagogisch sinnvolle Angebote zu unterbreiten.

Derzeit besuchten rund 40 Schüler aus der Ukraine das Gymnasium. Man sei in der glücklichen Lage, drei ukrainische Lehrerinnen mit den Fächern Deutsch oder Englisch zur Verfügung zu haben, so dass die Verständigung keinerlei Probleme bereite und Schüler ein kleines Stück Heimat durch die Sprache empfänden. Generell aber müsse festgehalten werden, dass auch an den Gymnasien Schulsozialarbeit notwendig werde. Es sei zu begrüßen, dass diese an den weiterführenden Schulen, Haupt- und Realschulen, Gesamtschulen, erfolge. Aber die Schülerschaft, auch am Gymnasium, werde heterogener. Verhaltensauffälligkeiten würden zunehmen, im einen oder anderen Fall seien Erziehungsdefizite festzustellen, und gerade Corona habe gezeigt, welche Folgen das Fehlen von persönlichen Kontakten für die emotional-soziale Kompetenz habe.

Die Fallzahlen, bezogen auf notwendige Gespräche und die Inanspruchnahme professioneller Unterstützung, seien nach Corona im Vergleich zu früher signifikant höher. Daher bemühe man sich um Aufarbeitung, entstandene Defizite in Form von Lerncamps oder Förderkursen abzubauen, um nur einige Beispiele zu nennen. Generell aber, so Hinterlang abschließend, freue man sich sehr auf die Fertigstellung neuer Gebäude und sei auch bereit, mit bestimmten Provisorien zu leben, weil in der Tat ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar sei.