Neubau oder Totalsanierung?

CDU für Erhalt aller Förderschulen

Zu einem Informationsbesuch waren jetzt Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion in der Friedrich-Fröbel-Schule im Blankenfeld in Wetzlar, einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sowie einer Abteilung körperliche und motorische Entwicklung. Schulleiterin Ingrid Lang und ihr Stellvertreter Ansgar Trost empfingen die Abordnung und informierten sie über die aktuelle Entwicklung der Schule.

Im Gegensatz zu früher prognostizierten Zahlen seien die Schülerzahlen in den letzten Jahren deutlich nach oben gegangen – seit dem Schuljahr 2012/13 mit 130 Schülern über 144 im Schuljahr 2017 auf voraussichtlich 166 im kommenden Schuljahr 2020/21. Diese Schülerzahl könne man allerdings nicht mit normalen Schülerzahlen vergleichen, denn die Klassengröße betrage acht Schüler. Man habe derzeit 19 Klassenräume, aber bereits 21 Klassen. Im nächsten Schuljahr kämen noch einmal zwei Klassen hinzu, so dass die räumliche Situation sehr beengt sei.

Die Schule, so die CDU-Vertreter, habe sich  in den letzten Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Förder- und damit Fachschule erworben, die versuche, den Schülern, die geistige Beeinträchtigungen hätten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten so viel mitzugeben wie irgend möglich. Bei ausgewiesenen Förderschulpädagogen in kleinen Klassen und mit zusätzlichem Personal könne man im bestimmten Rahmen eine Menge erreichen.

Die Schule selbst gebe es an diesem Standort seit 1984. Damals habe man knapp 100 Schüler gehabt, dann sei die Zahl zurückgegangen mit dem derzeitigen Höchststand von perspektivisch 166. Vor zwei Jahren sei die Schule bereits gebeten worden, sich Gedanken über ein zukünftiges Raumkonzept zu machen. Im Rahmen der Gespräche und der Untersuchungen über den Zustand des Gebäudes habe man dann kreisseitig festgestellt, dass es einen sehr hohen Sanierungsbedarf gebe. Das Dach müsse dringend saniert werden, der Brandschutz sei ein Thema, die Heizung, energetische Überlegungen, Legionellen und manches andere mehr, so dass es Kostenschätzungen bezüglich einer Komplettsanierung gebe sowie Überlegungen eines Architekten in Richtung eines Neubaus.                                                            

Parallel zur Entwicklung der Schülerzahl sei natürlich auch die Zahl der Kolleginnen und Kollegen insgesamt gestiegen, so Lang. Man habe jetzt 60 Kolleginnen und Kollegen und 37 Schulbegleiter, so dass es im Bereich des Blankenfeldes erhebliche Parkplatzprobleme gebe, für die eine Lösung gefunden werden müsse. Das Parken sei, vor allen Dingen im inneren Ring des Blankenfeldes, wo es sehr eng sei, ohnehin problematisch. Hier sei Handlungsbedarf.

Lob gab es von der Schulleiterin für die Reinigungskräfte und den Förderverein, der viel Gutes für die Schule und damit die Kinder in den letzten Jahren bewirkt habe. Das Schulbudget, Kostenbudget und Investitionsbudget, sei gerade so auskömmlich. Das Problem sei, dass das Budget nicht gegenseitig deckungsfähig sei, was in der heutigen Zeit ein Anachronismus sei.

Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, Kreisbeigeordnete Ulla Landau sowie die Kreistagsabgeordneten Nicole Petersen, Franz-Ludwig Löw und Dieter Steinruck und die Sabine Sommer, Vorsitzende des Fördervereins, erklärten, dass man auf Kreisebene in Form eines Antrages die Gesamtproblematik Neubau oder Sanierung ebenso ansprechen werde wie die Parkplatzproblematik. Gleichzeitig fordere die Union die Kreisregierung auf, ihre Vorstellungen im Schulausschuss den Kreistagsabgeordneten vorzulegen mit dem Ziel, eine für die Schule optimale Lösung zeitnah zu finden.

Hans-Jürgen Irmer, MdB
Fraktionsvorsitzender

Frühe Hilfen sehr sinnvoll

Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion besuchten jetzt das Familienzentrum Hermannstein/Blasbach. Sie wurden von Britta Westen, Sabine Kaiser-Martin, Stefanie Hellmer-Schäfer von der Diakonie Lahn-Dill als Träger des Projekts und Roland Samsel, Sportcoach und Integrationsbeauftragter des TV Jahn Hermannstein, über die aktuelle Entwicklung der Arbeit informiert. Das gesamte Beratungsangebot gibt es seit rund zehn Jahren, wobei dies sehr breit gefächert ist. Einerseits gibt es die von der Stadt Wetzlar zur Verfügung gestellten Willkommenspakete für Neugeborene mit wertvollen Hilfen für junge Eltern, aber auch mit Angeboten, wie Elternfrühstück, Elternnachmittage, Krabbeltreff und anderes mehr. Dieses Willkommenspaket in Form eines Koffers enthalte, so Kaiser-Martin, Gutscheine lokaler Unternehmen, Informationsangebote aller Vereine und gebe Eltern Tipps rund um Gesundheit und Erziehung. Auf diese Weise erreiche man 90 Prozent der Eltern. Dies stelle eine ungewöhnlich hohe Quote dar.

Das Gesamtprogramm beinhalte darüber hinaus ein Vorschulprojekt für Kinder von vier bis sechs Jahren. Es gebe ein „HIPPY“-Programm, ein interkulturelles Familienbildungsprogramm, das die Arbeit der Kindertagesstätten ergänzt und unterstützt. Familien werden zu Hause besucht. Sie treffen sich nach einer Einführungsphase zu Gruppentreffen im Zentrum, und die Eltern werden in ihren Kompetenzen für Erziehungs- und Bildungsaufgaben gestärkt. Wichtig für den Gesamterfolg der Arbeit sei die sehr starke Vernetzung in Hermannstein von Schule, Kindergarten, Feuerwehr und den Vereinen, die sich alle um Integration bemühten und entsprechende Angebote zur Verfügung stellten, denn gelebtes Vereinsleben sei die beste Integration.

Weiterhin gebe es regelmäßige Netzwerktreffen, das jährliche Familienfest, das nach der Sommerpause im nächsten Jahr zum zehnten Mal stattfinde, bei dem man wieder mit einigen hundert Besuchern aus der Hermannsteiner Community heraus rechne.

Die Kirche flankiere diese Angebote durch Kinderfrühstück, lebendigen Adventskalender oder das Projekt „Wunschbaum“ im Gemeindehaus zur Weihnachtszeit, sodass durch das Zusammenwirken der einzelnen Akteure ein in sich abgerundetes Programm erfolgreich angeboten werden könne.                                                                              
Mit der Entwicklung sei man insgesamt gesehen sehr zufrieden. Natürlich gebe es immer noch Wünsche, aber man könne aufgrund der sehr persönlichen Arbeit mit den Menschen spüren und feststellen, wie sich vieles zum Guten verändere. Deshalb wolle man auf diesem Weg fortfahren. Für die CDU, so Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, seine Stellvertreterin Nicole Petersen, Kerstin Hardt und Franz-Ludwig Löw, eine sehr sinnvolle und unterstützenswerte Arbeit.

Einblick in die große Politik

Eine Fahrt des Bundespresse- und Informationsamtes, die auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer stattfand und von Ulla Landau aus dem Wahlkreisbüro begleitet wurde, führte wieder einmal 50 Bürger aus dem Wahlkreis 172 – dem Lahn-Dill-Kreis, Biebertal und Wettenberg – in die Bundeshauptstadt Berlin.

Mit einer Sonderführung im Alliierten Museum in Berlin-Dahlem begann die viertägige Reise und versetzte die Teilnehmer eindrucksvoll zurück in die Zeit der Luftbrücke 1948/49 durch die Besatzung der Siegermächte. Mit dieser einzigartigen Luftbrücke nach Berlin versorgten die drei Westmächte die Stadt mit ihren rund zwei Millionen Bewohner mit Lebensmitteln und Heizmaterial.

In dem Ausstellungsraum des Museums dokumentiert ein Foto auch, dass der erste legale Start eines Segelflugzeugs in Deutschland nach dem Krieg am 05. August 1951 in Eschenburg-Hirzenhain durchgeführt wurde, der von den Alliierten genehmigt worden war.

Die Besichtigung der Gedenkstätte „Berliner Mauer“, die einen Teil der am 13. August 1961 erbauten Mauer quer durch Berlin verdeutlicht, rief bei den Teilnehmern große  Betroffenheit über schreckliche Schicksale hervor, die auch gerade mit der Bernauer Straße in Berlin verbunden sind.

Im Auswärtigen Amt erläuterte der ehemalige Botschafter, Adolf Ritter vonWagner, die vielfältigen und überaus interessanten Aufgaben eines Diplomaten, die ein wichtiger Bestandteil der Außenpolitik sind.

Mit der Besichtigung des Plenarsaales und einem interessanten Vortrag und Gespräch über die Aufgaben des Parlaments im Deutschen Bundestag bekamen die Wahlkreisbesucher auch einen Einblick in den Arbeitsalltag der Bundestagsabgeordneten in Berlin. Ein Besuch der Kuppel des Reichstagsgebäudes beeindruckte die Teilnehmer mit einem Blick über das 892 Quadratkilometer große Ausmaß der Bundeshauptstadt mit ihren fast 4 Millionen Einwohnern.

Bei einer Stadtrundfahrt lernten die Teilnehmer dann aber auch die nicht politischen Seiten der Bundeshauptstadt und deren beeindruckende ständige Entwicklung kennen und waren überzeugt, dass Berlin immer eine Reise wert ist.

U. Landau