CDU-Kreistagsfraktion im Gespräch mit den Frauenbeauftragten

25. September 2019

Umfangreiches Aufgabengebiet interner und externer Art

Zu einem ersten Gedankenaustausch hat sich jetzt die CDU-Kreistagsfraktion mit den Frauenbeauftragten der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises, Sabine Pfeiffer und Petra Schneider, getroffen, um sich über deren Arbeit zu informieren. Die Aufgabe bezieht sich insgesamt auf die Umsetzung des Grundgesetzes, Artikel 3,2, Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Hierzu besteht beim Lahn-Dill-Kreis eine Fachstelle, das Frauenbüro, in dem beide tätig sind. Dabei gliedert sich die Arbeit in einen externen Bereich, der sich an die Bürgerinnen und Bürger des Kreises richtet, und einen internen Bereich, bei dem die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung im Fokus sind.

Frau Pfeiffer, Frauenbeauftragte für den internen Bereich, berichtete, ihre Aufgabe sei die Umsetzung des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes in der Kreisverwaltung zu überwachen und die Dienststelle bei dessen Umsetzung zu unterstützen. Ziele des Gesetzes seien u.a. die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer sowie die Beseitigung der Unterrepräsentanz von Frauen in den Entgeltgruppen, in denen sie im Verhältnis zu männlichen Beschäftigten weniger vertreten sind. Dies betrifft im Wesentlichen die oberen Entgeltgruppen.

Zu ihren Aufgaben gehört die Unterstützung und Beratung der Dienststelle bei der Erarbeitung des Frauenförderplanes sowie die Mitwirkung bei Stellenbesetzungsverfahren, die Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen, die Mitwirkung bei organisatorischen Fragen und  Dienstvereinbarungen sowie die Beratung von Mitarbeitenden. Dabei hat sie ihren gesetzlichen Auftrag immer im Blick. Ihr Fortbildungsangebot ist ein konkreter Beitrag zur Frauenförderung in der Kreisverwaltung, wobei sich die Veranstaltungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruft ausdrücklich auch an die männlichen Beschäftigten richten. Ein derzeit aktuelles Thema in der Kreisverwaltung ist der geplante Rundbau. Gemeinsam wird die Auffassung vertreten, dass gerade bei Neu- oder auch Umbauplanungen der Arbeitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten eine große Rolle spielen müssen. Es wird erwartet, dass bei der Frage des geplanten Rundbaues die Überlegungen von Personalrat wie Frauenbeauftragten im Sinne der Beschäftigten rechtzeitig abgefragt und berücksichtigt werden.

Ihr Aufgabenfeld, so erläuterte Frau Schneider, Frauenbeauftragte für den externen Bereich, sei weit gefasst. Grundlage der Arbeit ist die Hessische Landkreisordnung, in der ausdrücklich die Verwirklichung des Verfassungsauftrages der Gleichberechtigung von Frau und Mann als eine Aufgabe der Landkreise festgelegt ist.                                              

Das Frauenbüro des Lahn-Dill-Kreises ist Anlaufstelle bei allen Fragen zur Gleichberechtigung. Konkret bedeutet dies, dass in ihrer Arbeit sehr viele Themen und Probleme des täglichen Lebens behandelt werden, die u.a. in Beratungsgesprächen zutage treten – ob fehlende Kinderbetreuung, Teilhabe am Arbeitsmarkt, Schwangerschaft, Rente oder auch Probleme wie häusliche Gewalt, Entgeltungleichheit, Trennungen und vieles mehr.

Neben der Klärung von Fragen oder ggf. Kontaktvermittlung zu spezialisierten Stellen – das Büro hat hier eine Art Lotsenfunktion – werden Probleme lokalisiert, um daraus eine entsprechende Handlung ableiten zu können und Lösungen zu entwickeln. Unter anderem werden in der Frauen- und Gleichstellungskommission des Kreises, für die die Geschäftsführung beim Frauenbüro liegt, Empfehlungen erarbeitet. Zudem arbeitet Frau Schneider in verschiedenen Gremien des Kreises mit wie z.B. dem Jugendhilfeausschuss, der Steuerungsgruppe Sozialplanung, dem Fahrgastbeirat oder dem WIR-Beirat. Sie organisiert darüber hinaus beispielsweise auch eine Arbeitsgruppe von Beratungsstellen im Lahn-Dill-Kreis und ist eine der Koordinatorinnen des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt. Ziel dabei sei immer, bei Problemen die Bedingungen vor Ort zu verbessern, damit es zu mehr Gleichberechtigung, zu mehr Gerechtigkeit komme.

Beispielsweise werde jetzt aktuell in einer Arbeitsgruppe des Runden Tisches an der Verbesserung eines Verfahrensablaufs zwischen Behörden insbesondere in Fällen, in denen Kinder von häuslicher Gewalt betroffen sind, gearbeitet, um schneller und wirkungsvoller tätig werden zu können.

Neben der Arbeit in Gremien und Arbeitsgruppen oder der Beratung werden im Frauenbüro zudem einzelne Projekte umgesetzt, wie zuletzt eine Veranstaltungsreihe zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“ oder Seminare für Frauen im Umfeld von Erwerbstätigkeit. Auch werden einzelne Informationen und Broschüren herausgegeben, derzeit steht etwa eine Neuauflage des Leitfadens „Schwanger?!“ an.

Festzustellen sei, dass man ein sehr weites Arbeitsfeld habe, das auch unter neuen Herausforderungen nicht kleiner, sondern tendenziell eher größer werde. Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer MdB, Kreistagsvorsitzende Elisabeth Müller, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nicole Petersen sowie die Kreistagsabgeordneten Heike Ahrens-Dietz und Kerstin Hardt sagten zu, im Rahmen der Möglichkeiten der CDU-Kreistagsfraktion diese Arbeit auch in Zukunft unterstützen zu wollen.

Hans-Jürgen Irmer, MdB

Fraktionsvorsitzender

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