CDU- Kreistagsfraktion besichtigte Schloss Braunfels Schloss ist das Neuschwanstein Hessens Touristenzahlen sollen gesteigert werden

19. August 2019

Erstmalig besuchte eine Delegation der CDU-Kreistagsfraktion Lahn-Dill Johannes Graf von Oppersdorff, um sich über die vielfältigen Nutzungen von Schloss Braunfels informieren zu lassen. Graf Oppersdorff wies darauf hin, dass man sich hinsichtlich der Besucherzahlen natürlich nicht mit Neuschwanstein messen könne, denn die Besucherzahl dort liege bei über einer Million. Andererseits müsse Schloss Braunfels, das immer noch von der Familie bewohnt werde, den Vergleich auch nicht scheuen: Braunfels biete auch im Inneren viele Attraktionen, die während der 50-minütigen Führung hier in der Regel deutlich entspannter besichtigt werden können. Außerdem sei es ungefähr 600 Jahre älter als das von König Ludwig erbaute Neuschwanstein.

Zurzeit würden rund 40.000 Besucher pro Jahr das Schloss besuchen, wobei die Besucher hauptsächlich samstags und vor allen Dingen sonntags kämen. Von November bis Ostern habe man, außer am Wochenende, geschlossen; Gruppenanmeldungen seien allerdings auch im Winter jederzeit möglich. Die Touristen kämen aus ganz Deutschland, aus Europa und den USA, wobei die Unterhaltung des Museums und die Gebäudeunterhaltung eine Herausforderung sei, so Graf Oppersdorff. Rund 20 Schlossführer, davon drei festangestellte, würden die unterschiedlichsten Nutzungsformen gestalten. So gebe es die klassische Schlossführung, die pädagogische sowie die kunsthistorische Führung, die Waffensammlung, das Familienmuseum oder museumspädagogische Führungen für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Erfreulicherweise habe man etwa 10.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr. Generell müsse die Werbung verstärkt werden. Auch die Anbindung an das Radwegenetz sei optimierbar. Hier arbeite man aktuell mit dem neuen Braunfelser Bürgermeister Breithecker an Lösungen. Das Verhältnis zur Unteren wie zur Oberen Denkmalschutzbehörde sei insgesamt sehr kooperativ und erfreulich. Kaum zu bewältigende Herausforderungen stellten für den Eigentümer des Gebäudes allerdings die Anforderungen des Brandschutzes dar. Hier wäre es sinnvoll und dringend geboten, dass in bestimmten Fällen Abweichungen, wie sie etwa bis vor kurzem in der Hessischen Bauordnung (HBO) noch vorgesehen waren, wieder möglich würden. Wenn alle heutigen Vorschriften 1:1 umgesetzt werden müssten, müsse man im Grunde sämtliche denkmalgeschützte Burgen, Schlösser und Bauten für den Besucherverkehr schließen. Hier wäre eine Differenzierung sinnvoll und dringend geboten, die die Besonderheiten dieser Kulturdenkmäler berücksichtigt.

Auch die Abschreibungsmöglichkeiten könnten verbessert werden. In früheren Jahren habe es einmal 10 Prozent p.a. gegeben. Dann sei der Abschreibungssatz leider auf 9 Prozent in zehn Jahren gesenkt worden. Jeder, der ein geschütztes Gebäude unterhalte, wisse um den hohen finanziellen Aufwand. Wenn die Unterhaltung dem Staat zufalle, weil es der Private nicht mehr leisten könne, werde es jedenfalls deutlich teurer.

Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, Kreisbeigeordneter Hans Jackel sowie die Abgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Anna-Lena Bender, Kerstin Hardt, Heiko Budde und Tim Schönwetter sagten zu, sich diesbezüglich beim Hessischen Wissenschaftsministerium für entsprechende Lösungen einzusetzen und auch die Abschreibungsanregung an den Finanzminister weiterzugeben.

Ein Besuch, so die CDU-Abgeordneten nach einem Rundgang, lohne sich allemal. Es sei ein Ausflug in die Historie, in die Waffengeschichte, in die Kunstgeschichte, in die geologischen Formationen, in die Heimatgeschichte. Für jeden gebe es etwas zu sehen.

Hans-Jürgen Irmer, MdB

Fraktionsvorsitzender

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