CDU-Kreistagsfraktion besuchte Tierheim Wetzlar

31. Juli 2019

Finanzielle Sorgen überschatten gute Arbeit

Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion statteten jetzt dem Tierheim Wetzlar erneut einen Besuch ab, um sich von der Vorsitzenden Miriam Heykamp über die aktuellen Entwicklungen und eventuell vorhandene Probleme informieren zu lassen. Organisatorisch und vereinsmäßig, so Heykamp, sei man gut aufgestellt. Der Verein habe rund 530 Mitglieder und erfreulich viele Aktive, die mit den Hunden des Tierheims täglich Gassi gehen. Das Tierheim selbst sei aktuell auch nicht überbelegt. Man habe derzeit neun Hunde, 36 Katzen und sechs Kleintiere. Sorge bereite allerdings die finanzielle Situation.

Man habe im letzten Jahr ein Minus von 60.000 Euro verkraften müssen. Dieses Jahr stünden die Prognosen bei rund 35.000 Euro minus. Dies sei im Moment aufgrund von Rücklagen noch aufzufangen, die aber deutlich abgeschmolzen seien. Der gesamte Jahresetat liege bei rund 250.000 Euro. Sehr zu Buche schlagen würden die Arztkosten für die Impfungen und Behandlungen kranker Tiere, für den Welpenschutz und vieles andere mehr. Alleine im letzten Jahr hätten diese sich auf 75.000 Euro belaufen. Summen, die kaum noch zu stemmen seien. Man erhalte von den Kommunen der Region jährlich 86.000 Euro Fundtierpauschale, umgerechnet 60 Cent pro Einwohner und Jahr, seit 2014 unverändert, und damit seien dann für die Kommunen die Kosten abgedeckt.

Das Spendenaufkommen sei sehr unterschiedlich. Es variiere zwischen 20.000 und 50.000 Euro pro Jahr, wobei das Problem darin bestehe, dass dies keine verlässlichen und berechenbaren Einkünfte seien. Von daher müsse man darüber nachdenken, die Kommunen zu bitten, die Fundtierpauschale zu erhöhen, denn man leiste für die Kommunen einen beträchtlichen Dienst. Neben diesen latent vorhandenen Geldsorgen gebe es weitere Baustellen. Im Vereinsheim müssten Sanierungsarbeiten vorgenommen, die Elektrik erneuert werden, Heizung, Außenzwinger und Zaun, um nur einige Sorgenpunkte zu nennen. Das könne man sich derzeit nicht leisten. Deshalb hoffe man sehr auf verstärkte Spenden, aber auch öffentliche Zuschüsse.

Im letzten Jahr habe man 248 Tiere aufgenommen und rund 230 Tiere vermittelt. Probleme gebe es nach wie vor mit streunenden Katzen. Deshalb, so Heykamp, sei sie sehr dafür, eine Kastrationspflicht für Katzen vorzusehen, mit Ausnahme der Katzen, die bei Züchtern groß werden.                                                                                              

Die Verwilderungsprobleme würden überhandnehmen. Grundsätzlich wäre aus ihrer Sicht auch eine bundesweite Chip-Pflicht für Tiere mit einer entsprechenden Registrierung sinnvoll, denn es gebe leider Tierhalter, die ihrer Pflicht, was das Wohl des Tieres angehe, nicht in entsprechendem Maße nachkommen würden. Greife man Tiere auf, bestehe in der Regel das Problem, dass man nicht wisse, wer Eigentümer sei. Finanziell und technisch sei es kein Aufwand. Das Chippen koste einmalig weniger als 10 Euro, und eine Registrierung sei auch nicht aufwändig, zumal Hunde ja ohnehin angemeldet werden müssten. So könne man dann den Besitzer bei Auffinden eines Tieres leicht ausfindig machen.

Die Arbeit mit Tieren sei wunderschön. Gleichwohl wünsche man sich noch den ein oder anderen Aktiven für die Vorstandsarbeit oder aber auch einfach nur als Mitglied. Denn je mehr Mitglieder man habe, desto gesünder sei der Verein. Das gelte für alle, aber natürlich in besonderer Weise auch für den Tierschutzverein. Die CDU wolle diesen, so Irmer abschließend, auch in Zukunft im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne weiter unterstützen.

Hans-Jürgen Irmer, MdB
Fraktionsvorsitzender

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