Gute Ausstattung – Kreisbudget zu knapp und zu engmaschig

Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion waren jetzt zu Besuch in der August-Bebel-Schule, um sich von der neuen Schulleiterin, Melanie Karl, sowie ihrem Stellvertreter Jochen Horz und dem Leiter der Jahrgangsstufe 9/10, Stephan Scholz, über die aktuelle Situation informieren zu lassen. Frau Karl berichtete den CDU-Politikern, dass sie in der Schulgemeinde sehr gut aufgenommen worden sei und es auch schon eine Reihe von gemeinsamen Impulsen im Sinne der Weiterentwicklung der Schule gegeben habe. Die Schule habe aktuell 100 fast neue Rechner vom Regierungspräsidium erhalten, die Festplatte über den Förderverein, so dass die IT-Ausstattung nunmehr ausgesprochen gut sei.

Als Schule mit Ganztagsprofil 2 könne man den Kindern und Jugendlichen ein breites Programm unterschiedlicher Arbeitsgemeinschaften anbieten. Insgesamt gebe es rund 30 AGs, die u.a. Sport, Musik, Himmelskunde, Schulsanitätsdienst und Nachhilfe umfassen. Diese AGs würden gerade im Unterstufenbereich sehr gut angenommen. Zum neuen Schuljahr könne man erstmalig Spanisch ab der Klasse 7 anbieten. Damit komme man einem Wunsch des Schulelternbeirates nach. Ab Klasse 9 gebe es dieses Angebot bereits.

Darüber hinaus werde an der Schule eine sogenannte PuSch-Klasse (Praxis und Schule) angeboten, die Theorie und Praxis miteinander verzahne. Die Schüler besuchten einen Tag die Berufsschule, seien einen Tag im Betrieb und drei Tage in der Schule. Darüber hinaus verfüge man über eine Intensivklasse und habe es geschafft, dass aus früheren Intensivklassen rund 20 Kinder jetzt in Regelklassen unterrichtet würden, wobei das objektiv gleichwohl eine Herausforderung darstelle. Die Anforderungen an die Pädagogen heutzutage, auch an weiterführenden Schulen, würden deutlich größer. So gebe es Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Kinder mit Sprachschwierigkeiten und mit emotional sozialen Defiziten. Von daher sei man froh, dass man über insgesamt eineinhalb Sozialpädagogen verfüge sowie über 80 Stunden aus dem Bereich des Sozialindexes durch das Kultusministerium. Das erleichtere die Arbeit.

Insgesamt habe die Schule rund 750 Schüler. Sie sei damit fünfzügig und von der räumlichen Kapazität dadurch am Ende. Notgedrungen habe man zwei Fachräume zu Klassenräumen umfunktionieren müssen, was aus Sicht der Union, so Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, sowie die Abgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Heiko Budde, Michael Hundertmark, Franz-Ludwig Löw und Dieter Steinruck, kein idealer Zustand sei.

Der Lahn-Dill-Kreis stelle ein Kostenbudget und ein Investitionsbudget zur Verfügung. Dies sei sehr knapp bemessen. Die Problematik bestehe darin, dass dies nicht gegenseitig deckungsfähig sei, was in der praktischen Arbeit zu unnötigen Komplikationen führe. Hier sei das Land deutlich besser aufgestellt, denn vom Land erhalte man für die Bereiche Vertretung, IT-Support, Fortbildung und Lernmittelfreiheit deutlich mehr. Diese vier Bereiche seien gegenseitig deckungsfähig. Ziel der CDU sei es, so Fraktionschef Hans-Jürgen Irmer, genau dies auch für die heimischen weiterführenden Schulen zu erreichen und dabei gleichzeitig die Mittel für die Schulen aufzustocken, denn diese seien nicht mehr zeitgemäß.

Bei aller Wertschätzung des Medienzentrums des Lahn-Dill-Kreises, so Melanie Karl, müsse man gleichwohl kritisch anmerken, dass die Umsetzung des Supports doch sehr zögerlich stattfinde. So habe man im Sommer 2018 ein für schulinterne Zwecke bestimmtes Netzwerk bestellt. Die Hardware sei seit einem halben Jahr da, doch bis heute sei das Ganze leider noch nicht installiert.

Die zur Verfügung stehenden Stunden im Hausmeisterbereich seien ebenso wie für den Bereich der Schulsekretärinnen ausreichend. Allerdings werde es immer dann problematisch, wenn eine Sekretärin einmal ausfalle. Hier wäre es sinnvoll, wenn der Kreis entsprechende „Springer“ unbürokratisch und schnell zur Verfügung stellen könnte und nicht erst nach zwei oder drei Wochen.

Die Kooperation mit der Werner-von-Siemens-Schule und den Zulieferschulen sei hervorragend. Das Gleiche gelte für die Zusammenarbeit mit dem rührigen Förderverein und der Arbeitsgemeinschaft gegen Gewalt an Schulen (AGGAS). Aber auch die Vernetzung der Schulleiter untereinander erleichtere die Arbeit und verhindere im Übrigen gelegentlich auch sogenannten Schultourismus bei den Kindern/Familien, die partiell aus bildungsentfernteren südosteuropäischen Bereichen kommen. Die Schule habe eine Lehrerzuweisung von 104 Prozent, sie verfüge über die Stellen aus dem Sozialindex und über die Sozialarbeiterstellen, so dass man mit der Personalsituation sehr zufrieden sei.

Hans-Jürgen Irmer, MdB

Fraktionsvorsitzender

 

 

 

Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Ulla Landau war CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Jürgen Irmer jetzt zu Besuch im Hauptzollamt Gießen. Der stellvertretende Leiter des Hauptzollamts (HZA), Oberregierungsrat Torsten Pfeiffer, Zolloberamtsrat Jörg Leis als Leiter der Soko, Benjamin Forster, stellvertretender Soko-Leiter, Pressesprecher Michael Bender, Stefanie Eisenfeller für die Öffentlichkeitsarbeit, die 2. Vorsitzende des Personalrats, Manuela Klug, sowie der Vertrauensmann für die Schwerbehinderten, Henry Freundt, informierten sie über die breitgefächerte Arbeit. Das HZA Gießen, so Pfeiffer, sei eines von bundesweit 42 HZAs, die wiederum zuständig seien für 271 Zollämter. Im HZA Gießen seien 890 Planstellen vorgesehen. Davon sind zurzeit rund 760 besetzt, wobei man insgesamt erfreut feststellen könne, dass die Zahl der Planstellen in den letzten gut fünfzehn Jahren von 600 auf 890 gestiegen sei.

Das HZA ist als Großherzogliches Hauptsteueramt 1837 in Gießen gegründet worden. Heute ist es zuständig für 15.000 Quadratkilometer in Hessen und rund 3 Millionen Einwohner. Mit der technischen Ausstattung sei man zufrieden, so die Vertreter des HZA, wobei die Einführung neuer IT-Verfahren prinzipiell etwas zu lange dauere. Nicht optimal sei die Dezentralisierung des HZA auf 18 Liegenschaften. Hier hoffe man, dass man demnächst endlich die zwei vorgesehenen Kasernenblöcke in der ehemaligen Bergkaserne in Gießen nutzen könne. Irmer sagte zu, sich beim Bundesfinanzminister für eine entsprechende Beschleunigung einzusetzen. Generell aber seien die dazu notwendigen Verfahrensschritte zu umständlich. Über die Generalzolldirektion gehe das Ganze zur BImA, dann an den Landesbetrieb Immobilien Hessen, das wiederum Planer beauftragen müsse. Die Stadt sei natürlich ebenfalls eingebunden.

Die Arbeit der Gießener Zöllnerinnen und Zöllner als Bundesbehörde insgesamt sei sehr breit aufgestellt. Dazu gehörten unter anderem Fahndungen auf den Autobahnen, Kontrolle von Paketen in den entsprechenden Postverteilungsbereichen (hier erfasse man durchschnittlich 50 bis 70 Sendungen mit Betäubungsmitteln pro Woche).

Bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung geht es um Sozialversicherungs-, Krankenkassenbeitrags-, Familienkassenbetrug sowie Verstöße gegen die Gewerbe- und Handwerksordnung. Überprüft werden neben Meldedaten und Aufenthaltserlaubnissen auch die Einhaltung der Beitragspflichten gegenüber den Sozialversicherungen und die Vorschriften zur Arbeitnehmerüberlassung.

Als Einnahmeverwaltung des Bundes ist die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer, Energie-, Strom- Luftverkehrs- und Kfz-Steuer sowie der übrigen Verbrauchsteuern ebenso Aufgabe des Amtes wie die Vollstreckung aller Bundesforderungen. Im Jahr 2017 habe man Einnahmen von etwa 2 Milliarden Euro erzielt.

Der größte Arbeitsbereich ist mit 245 Beamten die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Hier habe man mit Erfolg jetzt die SOKO Rhein-Main installiert, die im Bereich Frankfurt/M. schwerpunktmäßig organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe im Blick hat. Der Betrug sei dort leider sehr häufig festzustellen, wobei dieses Deliktfeld weitgehend in der Hand von Südosteuropäern und Türken liege. Man sei froh, dass man mittlerweile genügend und weiter hinzukommendes Personal habe, dass die Vermögensabschöpfung intensiviert werden konnte und geeignete Ermittlungsmethoden zur Verfügung stehen, die in der Regel zum Erfolg führen.

Abschließend wurde von den Beschäftigten der große Wunsch geäußert, dass auch die Bediensteten FKS in die sogenannte Melderegistersperre aufgenommen wird, so wie es bei Polizeibeamten beispielsweise selbstverständlich erfolge. Gerade bei Wirtschaftsstraftaten, bei denen es um viel Geld gehe, sei das Bedrohungspotenzial gegenüber Mitarbeitern des Zolls, die in einem Prozess als Zeugen aussagen müssen, hoch, wenn deren Anschrift dem jeweiligen Verteidiger mitgeteilt werden müsse. Irmer sagte zu, sich diesbezüglich verwenden zu wollen.

Es sei nicht lebensnah, so Irmer, diese Sperre nur dann zu erlassen, wenn eine konkrete Gefährdung eines Einzelnen gegeben sei. Diese Sperre müsse auch aufgrund abstrakter Gefährdung greifen können. Schließlich gehe es um die Sicherheit der Beamten, die gerade im Bereich der Soko eine schwierige und gefährliche Aufgabe wahrnehmen würden.

Sein Dank, so Irmer abschließend, gehe in erster Linie an die Mitarbeiter der gesamten Zollverwaltung, gehe aber auch an die Polizei sowie alle Hilfskräfte, die jeden Tag für die Sicherheit der Bürger ihren nicht ungefährlichen Einsatz leisten.

Hans-Jürgen Irmer, MdB

Abgeordnete der CDU-Kreistagsfraktion waren jetzt zu Besuch bei den Gewerblichen Schulen Dillenburg. Schulleiter Jonas Dormagen, Astrid John, Anna Schweitzer, Manfred Schäfer, André Strunk sowie Jochen Groot Bramel informierten die Vertreter der CDU über die aktuelle Situation. Als Gast dabei der Schulleiter der benachbarten Kaufmännischen Schule, Matthias Riedesel. Die Entwicklung der Schule, so der Schulleiter, verlaufe ausgesprochen erfreulich. Man habe knapp 2000 Schüler, rund 130 Kollegen, eine gute Lehrerzuweisung und damit Spielräume für verschiedene zusätzliche Angebote inklusive notwendiger Binnendifferenzierungsmaßnahmen für kleinere Klassen gerade im Hotel- und Gaststättenbereich.

Beide Seiten waren sich völlig einig darüber, dass gerade im ländlichen Raum die Berufsschulen und ihre Fachangebote auch dann erhalten bleiben müssen, wenn die Schülerzahlen formal möglicherweise unter bestimmte Grenzen fallen. CDU-Fraktionschef Irmer betonte, dass für die Schülerzahlen eine „ländliche Differenzierung“ erfolgen müsse. Bestimmte Schülerzahlen in Ballungsräumen wie beispielsweise Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt oder Kassel zu erreichen, sei in der Regel kein Problem. Schwieriger werde es aber im ländlichen Bereich. Dieser dürfe allerdings von der allgemeinen Entwicklung nicht abgekoppelt werden, und deshalb könnten die allgemein gültigen Durchschnittszahlen hier nicht zur Anwendung kommen. Es müsse differenziert werden.

Dies gelte aktuell für das Problem der Hotel- und Gaststättenberufe, so die Schulleitung. Hier habe die Schule insgesamt, verteilt auf die drei Ausbildungsjahre, 39 Schüler. Man gehe davon aus, dass man auch in den kommenden Jahren zwischen zehn und 15 Schüler pro Jahrgang habe, die fachübergreifend, zumindest partiell und in binnendifferenzierender Form, unterrichtet werden können. Die Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion, Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nicole Petersen, die Abgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Kerstin Hardt, Matthias Bender und Dieter Steinruck, waren sich mit der Schulleitung einig in der Bewertung des schulischen Angebots vor Ort, um auf Dauer Ausbildungsstellen in den Betrieben generieren zu können.

Wenn es die Beschulung vor Ort nicht mehr gebe, sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch das Auszubildendenangebot sinke. Diese Erfahrung könne man hessenweit in dem einen

oder anderen Berufsfeld machen. Deshalb sei Ausbildung in der Fläche nötig. Positiv sei zu vermerken, dass es eine enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis gebe, die Betriebe und die Schulen exzellent zusammenarbeiteten, dass man sich in der ländlichen Region kenne und dass Schule heutzutage teilweise sozialpädagogische und erzieherische Aufgaben übernehme, die im großstädtischen Bereich schwieriger zu realisieren seien. Gerade die BÜA-Klassen (Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung) erforderten ein besonderes Gefühl, eine besondere Betreuung für junge Menschen, die teilweise ohne Abschluss oder auch ohne berufliche Perspektive in diese Klasse kämen und hier aufgefangen würden. Dies sei für den Staat und den Steuerzahler in letzter Konsequenz immer noch preiswerter als gescheiterte Karrieren. Daher sei eine Investition in diese jungen Leute wegweisend und zukunftsgerichtet. Man sei froh, dass die Schule einen Sozialpädagogen mit insgesamt 40 Stunden zusätzlich zur Unterstützung habe.

„Die CDU“, so Irmer, „wird sich beim Kultusminister dafür einsetzen, dass hier entsprechende Differenzierungszahlen Realität werden, nicht zuletzt auch deshalb, weil es auch um den Standort Wetzlar geht, der für die Union genauso wichtig ist wie der Standort Dillenburg. Wir brauchen auf Dauer beide.“

Weiterhin werde sich die CDU, so Petersen, dafür einsetzen, dass der vom Kreis geplante zweite Bauabschnitt an der Schule auch Platz greife. Der dreistöckige Kopfbau mit dreimal 300 Quadratmetern Nutzungsfläche sei für Klassenräume, Aula, Klausurräume und anderes mehr für die pädagogische Weiterentwicklung wichtig. Der Baubeginn, der für 2019 vorgesehen gewesen sei, gerate in Gefahr. Daher werde sich die CDU beim Kreis dafür stark machen, dass die vorgesehenen Investitionen auch zeitnah umgesetzt werden.

Bildunterschrift:

CDU-Kreistagsabgeordnete informierten sich an den Gewerblichen Schulen Dillenburg. V.r. Matthias Bender, Jochen Groot Bramel, Nicole Petersen, Heike Ahrens-Dietz, Anna Schweitzer, Astrid John, Schulleiter Jonas Dormagen, Manfred Schäfer, André Strunk, Kerstin Hardt, Dieter Steinruck und Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer.

Hans-Jürgen Irmer, MdB

Fraktionsvorsitzender

 

Stasimuseum zeigt unverstellten Blick auf den Sozialismus

Vor einigen Tagen hat der Wetzlarer Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer (CDU) das Stasimuseum in der Berliner Normannenstraße besucht. Der Geschäftsführer des Museums, Jörg Drieselmann, – selbst ein politischer Häftling in der DDR – führte Irmer durch die Ausstellung und diskutierte mit ihm anschließend über die Arbeit des Museums.

Drieselmann eröffnete den Rundgang mit den Worten, dass nun der „Blick in den Maschinenraum der SED-Diktatur“ beginne. Das Museum befindet sich in der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit. Dieser gewaltige Komplex bestand aus 29 Häusern mit elf Innenhöfen und war nur die Spitze des Eisbergs des Unterdrückungsstaats. Von diesem Ort aus hielt Mielkes Stasi – Schild und Schwert der alles beherrschenden SED-Partei – die Bevölkerung unter Kontrolle. Während andere Museen und Gedenkstätten den Schrecken der DDR mit Elementen der Individualgeschichte versuchen erlebbar zu machen, zeigt das Stasimuseum mit dem Fokus auf die Systemgeschichte das ganze Ausmaß der Unterdrückungsmaschinerie des DDR-Regimes.

Die SED als Partei neuen Typus‘ fußte auf dem Gedankengut Lenins, der anders als Marx nicht das Revolutionäre als Kernelement des Sozialismus ins Zentrum rückte, sondern die Beherrschung und Durchdringung der Bevölkerung durch die allmächtige Partei. In dem Wissen, dass Menschen nicht für die sozialistische Idee überzeugt werden konnten, ging es der SED darum, von Kindesbeinen an die Bevölkerung zu konditionieren und zu unterdrücken. Ob Schule, Pioniere, Sportverein, Arbeitsstätte oder Privatwohnung – die SED und Stasi hatte ihre Augen und Ohren überall.

Wie sehr die Stasi ihren Bespitzelungsapparat perfektioniert hatte, wurde beim Rundgang deutlich. Ohne vom Schreibtisch in der Zentrale aufstehen zu müssen, konnten die Stasimitarbeiter in kürzester Zeit jede x-beliebige Information über jeden Bürger der DDR bekommen. Ob Krankenakte, Schulnoten der Kinder, Nachbarschaftstratsch, Inhalt von Post – die Überwachung war absolut. Die Folgen für die Betroffenen waren dramatisch. Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten, die schulische oder berufliche Zukunft der Kinder, der Arbeitsplatz der Ehefrau – die Stasi konnte überall ansetzen und die Menschen erpressen und brechen. Selbst zu Rasterfahndungen war die Stasi mit ihrem ausgeklügelten Lochkartensystem in der Lage – und das zu einer Zeit, in der Digitalisierung noch ein Fremdwort war.

Auch wenn das die mehrfach umbenannte Partei, die heute als Die Linke in deutschen Parlamenten sitzt, nicht wahrhaben will: Sozialismus funktioniert nicht ohne diese Art der totalen Überwachung und Unterdrückung. Der Machtanspruch der Partei muss absolut sein, sonst kollabiert das System. Daher ist jedes Streben nach welcher Form des Sozialismus auch immer menschenverachtend und geschichtsvergessen.

Hans-Jürgen Irmer: „Nicht zuletzt deswegen bekämpfe ich auch so entschieden die Postkommunisten, die zu viele für salonfähig halten. Die Linken sind mit ihren Ideen und dem dahinterstehenden totalitären Anspruch eine Gefahr für die Freiheit und Demokratie. Wer das nicht wahrhaben will, hat weder die Geschichte noch die Ideen des Sozialismus verstanden. Diktaturen hatten wir genug in Deutschland! 140.000 Besucher jährlich erleben im Stasimuseum, was Sozialismus in der Realität bedeutet. Ich kann nur jedem Leser eindringlich empfehlen, das Museum aufzusuchen. Es ist es mehr als wert.“

Hans-Jürgen Irmer, MdB

 

v.l.: Dorothea von Randow, Michael Vogt, Jörg Drieselmann, Hans-Jürgen Irmer.

 

 

 

Lob und Anerkennung für eine exzellente Arbeit zum Wohl unserer Kinder

Wie seit vielen Jahren fast schon Tradition besuchten jetzt Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion den Kinderschutzbund Wetzlar. Die langjährige Vorsitzende Gudrun Geißler, Schatzmeister Jörg Sinkel, Regine Kießling-Steinhauer sowie die hauptamtlichen Mitarbeiterin Julia Loh informierten die CDU-Politiker über die aktuelle Situation.

„Prävention und Beratung sind und bleiben die großen Aufgaben des Kinderschutzbundes Wetzlar“, so Gudrun Geißler und Julia Loh, die mit einer dreiviertel Stelle hauptamtlich diese Tätigkeit gemeinsam mit zwei Honorarkräften wahrnimmt. So biete man Beratung und Unterstützung in Kindertagesstätten und Schulen an, denn diese seien gehalten, entsprechende Schutzkonzepte zum Thema „Keine Gewalt gegen Kinder“ sowie zum Thema „Sexualisierte Gewalt“ zu entwickeln. Unterstützung von Kindergärten, Beratungen für Familien, Schulen und Gruppenleiter gehörten ebenso zum Tätigkeitsfeld des Kinderschutzbundes wie öffentliche Vorträge, Lesungen und Spielenachmittage im Kinderschutzbundhaus. Seit Jahren nehme man traditionell am 30. April am Tag der gewaltfreien Erziehung teil und sei bei Kreis- und Stadtveranstaltungen zugegen. Durch Öffentlichkeitsarbeit versuche man neue Mitglieder und Mitstreiter zu gewinnen.

Aktuell habe der Kinderschutzbund 180 Mitglieder. „Hier ist deutlich Luft nach oben“, so Geißler. Sie wies darauf hin, dass der Verein rund ein Viertel des Gesamtetats in Form von Bußgeldern, Spenden oder auch Mitgliedsbeiträgen selbst erwirtschaften müsse.

Aus Sicht der CDU, so Fraktionschef Hans-Jürgen Irmer, MdB, die Kreistagsabgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Heiko Budde, Franz-Ludwig Löw und Dieter Steinruck, wäre es wünschenswert, wenn Stadt und Kreis ihr Engagement intensivieren würden. Ziel müsse es letzten Endes sein, dass aus der hauptamtlichen Dreiviertelstelle irgendwann eine Vollzeitstelle werde, denn der Bedarf für Beratung und Prävention sei groß. Tendenziell werde die Notwendigkeit bedauerlicherweise steigen. Deshalb wäre es sinnvoll, die entsprechenden Mittel angemessen zu erhöhen, um damit auch die Arbeit der Ehrenamtlichen ein klein wenig zu entlasten.

Bedauerlich sei, so die Vertreter des Kinderschutzbundes, dass das Projekt „Kind im Krankenhaus“, das es 35 Jahre lang gegeben habe, Ende letzten Jahres eingestellt werden musste. Durch Umbaumaßnahmen in der Klinik des Lahn-Dill-Kreises habe man das vorher in der Station 10 angedockte Spielzimmer im Bereich der Entbindungsstation ins Erdgeschoss – fast unauffindbar für Besucher – verlagert, so dass statt der 20 bis 30 Kinder monatlich nur noch ein bis drei Kinder betreut werden konnten. Dafür sei der Aufwand nicht mehr zu rechtfertigen. Deshalb habe man sich schweren Herzens von diesem Projekt getrennt.

Hans-Jürgen Irmer, MdB

Fraktionsvorsitzender

 

 

Exzellente Unterrichtsabdeckung – Aula wäre wünschenswert

Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion trafen sich jetzt zu einem Gespräch mit dem neuen Schulleiter der Freiherr-vom-Stein-Schule, Dr. Marcus Schnöbel, der Vertreterin des Schulelternbeirates, Frau Dr. Nicola Herchenhein, sowie für den Personalrat Dr. Axel Thiemann, um sich über den aktuellen Stand informieren zu lassen.

Dr. Schnöbel berichtete, dass die Schule rund 800 Schüler habe. Ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zu den letzten Jahren, wobei das auch damit zusammenhänge, dass man heute wieder ein reines G9-Mittelstufengymnasium sei. Die Schule sei fünfzügig pro Jahrgang, so dass man 30 Klassen habe. Der Vorteil sei, dass man ein breitgefächertes Angebot unterbreiten könne. So habe man hervorragend funktionierende Profilklassen im Bereich Naturwissenschaften und Sport sowie ein sehr hochwertiges Musikangebot, das – unabhängig von der Wahl eines Profils – allen Schülern offenstehe. Das musikalische Erfolgskonzept an der Steinschule sei erst vor Kurzem wieder durch das Hessische Kultusministerium ausgezeichnet worden. Die Profilklassen und das Musikangebot würden sehr gut von den Schülern angenommen und seien auch für die Schule ein Aushängeschild bei verschiedensten Sport-, Kultur- oder auch Musikveranstaltungen sowie im naturwissenschaftlichen Bereich.

Die Unterrichtsabdeckung liege bei 100 Prozent, die Lehrerzuweisung bei 104 Prozent. Bemängelt wurde vom Personalrat, dass rund 20 Prozent der zu verteilenden Stunden derzeit noch über TVH-Verträge abgedeckt werden. Dies sei deutlich zu hoch. Ziel müsse es sein, so Dr. Schnöbel, ein voll verbeamtetes Kollegium im Sinne von Kontinuität und Stabilität zu erreichen. Seiteneinsteiger gebe es an der Schule nicht, so die Schulleitung auf Nachfrage der CDU. Aus deren Sicht sehr erfreulich, denn beispielsweise in Berlin gebe es Schulen mit Seiteneinsteigeranteilen von 20, 30 oder auch 40 Prozent. Ein Seiteneinsteiger könne im Einzelfall immer eine Bereicherung darstellen, aber in dieser Quantität sei dies zu hoch.

Positiv zu bewerten sei die Kooperation mit der Goetheschule, so die Schulleitung. Hier gebe es einen intensiven Lehreraustausch. Diese enge Zusammenarbeit erleichtere auch den Übergang in die Jahrgangsstufe 11. Im Bereich der Sporthalle und der Mensa kooperiere man mit der nebenan liegenden Schule an der Brühlsbacher Warte, wobei der Mensabesuch seitens der Steinschule bei etwa 5 Prozent der Schülerschaft liege.

Die Schule sei im Ganztagsprofil 1. Man wolle aber auf Dauer keine verpflichtende Ganztagsschule werden, sondern man setze auf Freiwilligkeit und individuelle Angebote auch in Form unterschiedlicher Arbeitsgemeinschaften, Hausaufgabenbetreuung, Bibliotheksarbeit und anderes mehr.

Wünschenswert wäre es, wenn im Sinne der Sicherheit der Schüler die Busbucht erweitert und beispielsweise durch zusätzliche Geländer abgesichert werden könnte. Das „Elterntaxi“ stelle durchaus ein Problem dar. Hier könne man nur, so Frau Dr. Herchenhein, an die Vernunft der Eltern appellieren, die Kinder nicht unmittelbar vor der Schule abzusetzen. Sollte alternativ allerdings verstärkt das Fahrrad genutzt werden, müsse man entsprechende Fahrradboxen seitens des Schulträgers bzw. des die Schule betreibenden Partners anbringen.

Nach anfänglichen Problemen laufe die Zusammenarbeit in Form des PPP-Modells gut. Der sogenannte „Mehrzweckraum“ sei allerdings für schulische Veranstaltungen aufgrund der Enge, der fehlenden Höhe und der fehlenden Belichtung völlig ungeeignet. Er sei, so Dr. Schnöbel, ein ausgesprochener Anhänger einer Aula an den weiterführenden Schulen. Gerade für seine Schule sei eine Aula wünschenswert, da es Musik-, Vortrags-, Theater- und Musicalaufführungen, Abschlussfeiern, Einschulungsveranstaltungen und vieles andere mehr gebe. Aus Sicht der CDU, so Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, Kreisbeigeordnete Ulla Landau sowie die Abgeordneten Heiko Budde, Michael Hundertmark, Franz-Ludwig Löw und Dieter Steinruck, ein berechtigter Wunsch. Gerade für schulische Auftritte seien solche Räumlichkeiten, idealerweise mit aufsteigendem Gestühl, unter pädagogischen Aspekten sinnvoll und wichtig.

Auf die Frage, inwieweit die Schulsekretariatsstunden ausreichend seien, erklärte Dr. Schnöbel, dass die Stunden, die man zur Verfügung habe, auskömmlich seien. Leider gebe es nur begrenzte Springerkapazitäten. Das heiße, wenn eine Sekretärin ausfalle, gebe es erhebliche Probleme, denn eine Schulsekretärin heute habe die Funktion einer Art Büroleitung und im Grunde genommen in gewisser Weise sogar Managementaufgaben. Daher müsse man aus Sicht der Union über eine entsprechende Veränderung der Stellenbewertung und damit verbundene Besoldung nach vielen Jahren des Stillstandes im Lahn-Dill-Kreis nachdenken.