CDU-Kreistagsfraktion besuchte enwag Wetzlar

28. Februar 2018

E-Mobilität ausbaubar – aber nur in engen Grenzen

Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion waren jetzt zu Besuch bei der enwag, um sich von den beiden Geschäftsführern, Dr. Berndt Hartmann und Detlef Stein, über die Geschichte und aktuelle Aufgaben informieren zu lassen. Die enwag, 1863 als Gasanstalt für die Laternenbeleuchtung gegründet, erweitert 1893 um die Trinkwasserversorgung und 1911 um die Stromversorgung, investiert heute mit 130 Mitarbeitern inklusive elf Auszubildenden bei vier zur Verfügung gestellten Ausbildungsberufen rund 5 Millionen Euro in die Netze bei einem Gesamtumsatz von rund 60 Millionen Euro.

Man versuche, so die beiden Geschäftsführer, bei den Investitionen überwiegend heimische Firmen zu berücksichtigen, wobei sich das im Tiefbau als schwierig erweise, da die Kapazität begrenzt sei. Zunehmend gebe es auch Probleme mit der Entsorgung des Erdaushubes und den damit verbundenen Anforderungen, die sehr viel Geld und Zeit kosten würden. Die Entsorgungssicherheit in dieser Frage sei gefährdet.

Zu den klassischen Aufgaben heute gehörten die entsprechende Energieversorgung, aber auch die Energieeffizienzberatung. Hier gebe es durchaus Einsparpotenziale auch im privaten Bereich. Eine Beratung könne durch die enwag erfolgen. Kritisch müsse man die Entwicklung des Strompreises betrachten, der sich heute zu 55 Prozent aus Steuern, Abgaben und Umlagen berechne, zu rund 25 Prozent aus Netzentgelten und nur zu rund 20 Prozent aus Einkauf und Vertrieb. Der Anteil der Abgaben und Steuern sei dabei in den letzten Jahren deutlich angestiegen.

Man müsse aufpassen, so die Vertreter der CDU, Fraktionschef Hans-Jürgen Irmer, MdB, Kreisbeigeordnete Ulla Landau sowie die Abgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Frank Steinraths, MdL, Michael Hundertmark, Franz-Ludwig Löw und Dieter Steinruck, dass der Strompreis nicht noch weiter steige, denn dies stelle mittlerweile gerade für niedrigere Einkommen sowie für energieintensive Betriebe eine zunehmende Belastung dar. Wenn hier die Spirale zu weit nach oben gehe, bestehe die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung, so dass bei aller Qualität manche Produkte international nicht mehr auf den Markt gebracht werden könnten oder zumindest eingeschränkt.

 

Vor zu hohen Erwartungen im Bereich des Ausbaus der E-Mobilität warnten die enwag-Vertreter, die deutlich machten, dass natürlich ein Ausbaupotenzial vorhanden sei. Aber wenn nur ein Viertel der auf deutschen Straßen fahrenden Kraftfahrzeuge mit E-Mobilität betrieben würden, wäre dies mit der bestehenden Infrastruktur kaum noch darstellbar. Es würden sich ohne steuerbare Ladevorrichtungen erhebliche Probleme ergeben.

Insbesondere bei der Einbeziehung des Bus- und Schwerlastverkehrs würden Schnellladestationen mit bis zu 600 kW erforderlich, welche bei dieser Intensität der Nutzung mit wassergekühlten Kabeln arbeiten. Perspektivisch stelle sich auch die Frage, woher für eine sektorenübergreifende Elektrifizierung der benötigte Strom kommen soll, zumal geplant sei, in den nächsten Jahren den Bestand an gesicherter Leistung durch konventionelle und atomare Kraftwerke deutlich zu reduzieren. Dies passe nicht zusammen. Daher benötige man auch in diesem Bereich eine Politik mit Augenmaß.

 

Hans-Jürgen Irmer, MdB

Fraktionsvorsitzender

 

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