CDU-Kreistagsfraktion besuchte GWAB

7. Februar 2018

 

Hohes Engagement, um Menschen in Arbeit zu bringen

Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion waren jetzt zu Besuch bei der GWAB (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen mbH), um sich von der Geschäftsleitung, Kerstin Gerbig und Matthias Cloos und ihrem engagierten Team mit Jonas Simon, der für den Bereich Job Aktiv verantwortlich ist, Karsten Beer, für das Thema Zuwanderung und Beruf zuständig, Monika Helbing, zuständig für den Bereich Zuwanderung aus EU-Ländern sowie Aline Heckmann, die als Bildungscoach fungiert, informieren zu lassen.

Die GWAB, so Gerbig, gebe es seit mittlerweile 31 Jahren, ursprünglich im Übrigen einmal entstanden aus einer CDU-Initiative, wobei es damals um das Thema Ausbildungsplatznot ging. Heute ist das Aufgabenspektrum sehr weit gefächert. Es beinhaltet Qualifizierung von Menschen, Betreuung von Langzeitarbeitslosen und Vermittlung in den regionalen Arbeitsmarkt, Hilfe für benachteiligte Jugendliche, Schulassistenz für Kinder mit einer Behinderung, allgemeine Hilfen zur Erziehung in Familien, aber auch klassische Berufsvorbereitung. Die GWAB habe mittlerweile rund 250 Mitarbeiter, teilweise auch in Teilzeit. Zweckbetriebe, die einerseits Geld erwirtschaften, ohne Konkurrenz zur freien Wirtschaft darstellen zu wollen, dienten dazu, Menschen zu qualifizieren und an geregelte Arbeitsprozesse heranzuführen.

Die GWAB verfüge über ein Recycling-Zentrum, in dem Elektro- Altgeräte – Haushaltsgeräte, Elektrokleingeräte, Unterhaltungselektronik, Computer und Handys abgegeben werden könnten. Diese würden wenn möglich repariert und wiederverwendet, ansonsten zerlegt, recycelt oder fachgerecht entsorgt. Das Recycling-Zentrum sei zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb. Außerdem betreibe die GWAB ein Secondhand-Kaufhaus. Hausrat und Möbel könnten zur Weiterverwendung abgegeben werden.

Ein neues, weil notwendiges Arbeitsgebiet umfasse den Bereich „Chance Arbeitsmarkt“, der dazu diene, zunächst einmal zu ermitteln welche schulischen und beruflichen Kenntnisse die Flüchtlinge und Asylbewerber mitbringen. Es erfolge eine Potenzialfeststellung, Praktika sowie Tests über handwerkliche Fähigkeiten. Ziel sei es, sie soweit zu qualifizieren, dass sie eines Tages, sofern sie dann ein Bleiberecht haben, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit selbständig sicherstellen können.

Dazu gebe es berufsfeldbezogenen Unterricht, Bewerbertraining, Sprachunterricht und vieles andere mehr. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Lahn-Dill-Kreis, dem Kommunalen Jobcenter Lahn-Dill, der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar umgesetzt und unter anderem finanziell aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.

Als erfolgreich bezeichneten die GWAB-Vertreter die Werkakademie, die an ein niederländisches Modell angelehnt sei und im Auftrag des Kommunalen Jobcenters Lahn-Dill durchgeführt wird. Ziel sei es, frühzeitig zu intervenieren, um Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden. Hier habe man derzeit sieben Job-Coaches, die insgesamt 108 Teilnehmer betreuten. Die Teilnehmer würden sehr bewusst gefordert. Sie müssten sich aktiv um einen Arbeitsplatz bemühen, wobei sie unterstützt und trainiert würden. Sie alle hätten die Verpflichtung, an vier Tagen in der Woche halbtags intensiv Arbeit zu suchen. Im ersten Halbjahr 2017 habe man 55 Prozent der Teilnehmer erfolgreich in Tätigkeiten vermitteln können.

Mit Zuwandererproblemen aus dem rumänischen und bulgarischen Bereich – rund 500 Personen im hiesigen Raum – beschäftige sich das Projekt „Wege in faire Arbeit“. Hier gehe es im Auftrag des Jobcenters um Bildung, Sprachkompetenz, Qualifikation, Praktika und Vermittlung in Arbeit.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Bildungscoach Aline Heckmann im Rahmen der Qualifizierungsoffensive des Landes Hessen bestehe darin, Beschäftigte und Betriebe zur abschlussbezogenen Nachqualifizierung zu beraten. Sie vermittelt Fördermöglichkeiten und berufsbegleitende Qualifizierungsangebote. Da die Herausforderungen für die Beschäftigten im Wesentlichen in der Fachtheorie bestehen, unterstützt die Bildungscoach auch hier.

Irmer dankte abschließend den Verantwortlichen für eine sehr verantwortungsvolle und engagierte Arbeit im Sinne derer, die aus ganz unterschiedlichen Gründen, dies gelte für Menschen mit Migrationshintergrund, für Deutsche oder Ausländer, unterschiedliche Schwierigkeiten bei der Berufsfindung haben. Die Alternative zur GWAB-Tätigkeit sei, Menschen ihrem Schicksal zu überlassen. Ziel müsse es aber sein, so Fraktionschef Hans-Jürgen Irmer, MdB, Kerstin Hardt, Matthias Bender, Franz-Ludwig Löw und Dieter Steinruck, dass jeder durch eigene Hände Arbeit selbstbestimmt ein eigenständiges Leben führen könne. Dass es dort Unterschiede gebe, sei bekannt. Aber es sei nun einmal Aufgabe des Staates, sich auch um die zu kümmern, die, aus welchen Gründen auch immer, Probleme und Defizite haben. Wichtig sei aber auch, die Eigenverantwortung des Einzelnen zu stärken. Deshalb sei das Prinzip, auf der einen Seite zu fördern, auf der anderen Seite aber auch klare Forderungen zu stellen, richtig, denn letzten Endes kämen diejenigen, die jeden Tag zur Arbeit gehen, für die entsprechenden Kosten auf.

Hans-Jürgen Irmer, MdB

Fraktionsvorsitzender

 

Kommentare sind geschlossen.