CDU Lahn-Dill in Masuren und Königsberg unterwegs

9. Juni 2017

In die wunderschönen Landschaften im Ermland und Masuren, der Ostsee und der heute russischen Enklave Königsberg – mit der wechselvollen Geschichte des ehemaligen Ostpreußens –  hatte die CDU Lahn-Dill unter Leitung von Kreisgeschäftsführerin Ulla Landau in diesem Jahr zu einer einwöchigen Informationsreise eingeladen.

Von Elbing aus, 50 km südöstlich von Danzig, erkundete die Reisegruppe in Tagesausflügen interessante Sehenswürdigkeiten im Norden Polens. Höhepunkte bildeten dabei die Stadt Allenstein mit ihrer Festung, in der der als Astronom bekannt gewordene Domherr Niklaus Kopernikus sechs Jahre wirkte, ebenso wie der Besuch des wunderschön restaurierten Trakehner Gestüts Gallingen mit heute wieder über 70 Pferden. Ebenso begeisterte Danzig mit den „Vororten“ Gdynia und Sopot, die weitestgehend originalgetreu restauriert sind und auch an frühere glanzvolle Zeiten Ostpreußens erinnern. Eine Schiffsfahrt über das „Frische Haff“ von Kahlberg nach Frauenburg erinnerte allerdings auch an den Winter 1945, als  450.000 Menschen auf der Flucht aus Ostpreußen über Haff und Nehrung in Eis und Schnee   ihr Leben verloren.

Eine ganz besondere Schifffahrt über Berge und Hügel erwartete die Reiseteilnehmer auf dem Oberländischen Kanal, der bereits seit 1836 auf dem Wasserweg Masuren mit der Ostsee verbindet und dabei Höhenunterschiede von 100 Metern überwindet. Die Schiffe werden auf einigen Teilstücken des Kanals auf Schienen verladen, über Land gezogen und dann wieder von den Schienen ins Wasser gelassen  – ein beeindruckendes Projekt, das den deutschen Bauingenieuren Georg Steenke sowie Severin und Carl Lentze zu verdanken ist.

Überaus beeindruckt zeigten sich die Reiseteilnehmer auch von der im 13. Jahrhundert erbauten überdimensional großen Burg des Deutschen Ordens in Marienburg – dem größten Backsteinbau Europas.

Nicht nur im Mittelalter, sondern auch heute wird Beeindruckendes in Polen gebaut. Es ist nicht zu übersehen, welche Nation im Moment der größte Empfänger von EU-Geldern ist. Im Drei-Schicht-Betrieb werden neue Autobahnen und Straßen gebaut und gepflegte Städte und Dörfer erstrahlen in neuem Glanz.

Der Besuch der russischen Enklave Königsberg war für die Teilnehmer dieses Tagesausflugs ein Erlebnis der besonderen Art. Nicht nur dass Visa und Verwaltungsgebühren mit 99 Euro pro Person zu zahlen waren, wurden die seit 01.01.2017 von der Russischen Föderation bestimmten Einreisevoraussetzungen mit Grenzkontrollen nach altbekannter DDR-Manier durchgeführt. Da wurde deutlich, welche Vorzüge die Reisebedingungen und der europäische Freihandel für uns Europäer haben.

Die Reise ins ehemalige Ostpreußen war eine großartige Bereicherung für alle Reiseteilnehmer, bei der lediglich vermisst wurde, dass kaum noch jemand Deutsch spricht, wenn man von dem vorzüglichen polnischen Reiseleiter und dem Busfahrer absieht.

Ursula Landau

               

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