CDU-Kreistagsfraktion besuchte Hessen Mobil in Dillenburg

22. Mai 2017

780 Millionen Euro für Straßenbau in 2017

Ingenieure und Planer gesucht

 

Zu einem Fachgespräch waren jetzt Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion bei Hessen Mobil am Standort Dillenburg, um sich von Eugen Reichwein, dem regionalen Bevollmächtigten für Westhessen, über aktuelle Baumaßnahmen informieren zu lassen. Reichwein wies darauf hin, dass man in diesem Jahr in Hessen 634 Millionen für Bundesstraßen sowie 90 Millionen für Landesstraßen ausgebe. Hinzu kämen 54 Millionen für Ingenieur-Fremdleistungen. Für den Bereich Westhessen, dies betreffe auch den Lahn-Dill-Kreis, bedeuteten dies rund 170 Millionen Euro.

Schwerpunktmäßig werde im Bereich der A 45 investiert. Hier seien fünf Brücken im Bau. Mit der Talbrücke Kalteiche würde eine weitere Brückenerneuerung in diesem Jahr starten. Die A 45 erfordere von allen ein Höchstmaß an Planungskompetenz und Konzentration, denn Baustellen seien oft Unfallverursacher. Daher sei man bemüht, die Maßnahmen möglichst zügig durchzuführen, auch wenn das für Außenstehende nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich sei.

Im Bereich der Bundesstraßen seien in diesem Jahr 15 neue Maßnahmen vorgesehen, elf im Bereich der Landesstraßen. Nach Abstimmung mit dem Kreis wolle man an 18 Kreisstraßen Sanierungsarbeiten vornehmen. Auf Nachfrage von Armin Müller erklärte Reichwein, dass die K 71 zwischen Schönbach und Breitscheid nicht dabei sei. Hier werde sich die Union, so Fraktionschef Hans-Jürgen Irmer, MdL, Kreistagsvorsitzende Elisabeth Müller, Kreisbeigeordnete Ulla Landau sowie die Abgeordneten Elke Würz, Eberhard Horne und Armin Müller, für eine zeitnahe Sanierung einsetzen.

Bei den Bundesstraßen nehme die B 49 eine Sonderstellung ein. Der 9. Bauabschnitt Tiefenbach – Leun werde bis Ende des nächsten Jahres fertiggestellt. Man hoffe, im Bereich des 11. Bauabschnitts bei den Kling-Werken in Solms-Oberbiel auch bald zu einer Lösung des Zielkonflikts zu kommen. Reichwein dankte in diesem Zusammenhang der heimischen IHK sowie Irmer in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter für entsprechenden Einsatz. Insgesamt gesehen hoffe er, dass die B 49 vierspurig durchgängig bis etwa 2025 fertiggestellt sei.

 

Lärmschutz

Breiten Raum nahm die Frage nach dem Lärmschutz ein. Er habe, so Reichwein, viel Verständnis für Wünsche der Bürger nach Lärmschutz. Aber seiner Behörde seien die Hände gebunden, wenn die vom Gesetzgeber festgelegten Lärmgrenzwerte nicht überschritten würden. Unabhängig davon könnten natürlich Kommunen im Sinne ihrer Bürger eigenständig Lärmschutzmaßnahmen durchführen. Im Bereich Beselich entlang der B 49 sei in der Verantwortung der Gemeinde eine Lärmschutzwand entstanden. Das Gleiche gelte für den Erdwall im Bereich Biskirchen. Auch in Wetzlar könnte die Stadt im Bereich B 49 Dalheim oder im Bereich Garbenheim in Absprache mit seiner Behörde Lärmschutzmaßnahmen durchführen.

Für den sechsstreifigen Ausbau der A 45 gelten die niedrigeren Grenzwerte der Lärmvorsorge. Die Heulbachtalbrücke, so Reichwein, werde im Zuge der Erneuerung Lärmschutzmaßnahmen erhalten. Ob beim sechsstreifigen Streckenausbau der A 45 in der Gemarkung Sinn weitere Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden können, wird derzeit geprüft. Auch im Bereich von Sechshelden habe man die Anregungen der Bürgerinitiative geprüft und die jetzt ins Anhörungsverfahren gebrachte Trasse mit der von der BI gewünschten Verlegung bezüglich des Lärmschutzes verglichen mit dem Ergebnis, dass auch bei einem Ersatzneubau der Brücke an Ort und Stelle die gesetzlichen Anforderungen an den Lärmschutz der Anlieger erfüllt werden.

Generell, so Reichwein, müsse man heute feststellen, dass Statiker, Ingenieure und Planer gesucht seien. Die Stellen dafür seien vorhanden. Die Ingenieurbüros seien teilweise überlastet, und die Ausschreibungsverfahren müssten flexibler werden, um einen größeren Ermessensspielraum bei der Vergabeentscheidung zu haben.

Hans-Jürgen Irmer, MdL

Fraktionsvorsitzender

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